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Die Geschichte von Silvaplana

Die Politische Gemeinde Silvaplana besteht seit der Territorialteilung im Jahre 1538 aus Silvaplana und den Fraktionen Surlej und Champfèr mit Albana.

Silvaplana wird 1288 erstmals urkundlich erwähnt. Schon damals wird von dem Zusammenschluss mit «Surleich» und «Chiamfer» berichtet. Das sind wahrscheinlich die Anfänge zur definitiven Bindung mit den beiden Franktionen Surlej und Champfèr. Als Grenze zwischen den Gemeinden St. Moritz und Silvaplana wird damals der Suvrettabach festgelegt. Damit ist Champfèr heute politisch zweigeteilt. Die Einwohner von Champfèr suot (Gemeindegebiet von St. Moritz) sind jedoch bis ins Jahre 1877 weiterhin zu den Gemeindeversammlungen in Silvaplana eingeladen worden. Erst am 25. Juni 1877 ist den Unter-Champfèrer dieses Recht mit 17 zu 2 Stimmen abgesprochen worden.

In Silvaplana wird Romanisch (Puter) gesprochen. So ist auch die Unterrichtssprache bis zum vierten Schuljahr romanisch. Durch den grossen Bevölkerungszuwachs (viele anderssprachige Familien) ist die romanische Bevölkerung jetzt in der Minderheit. Vom Bund und vom Kanton werden aber sehr grosse Anstrengungen unternommen, um die romanische Sprache zu erhalten.

Entstehung

Die heutige Oberengadiner Seenlandschaft ist durch den Rückzug der Gletscher entstanden. Früher waren die heutigen Seen einmal miteinander verbunden. Das Delta, auf dem Silvaplana erbaut ist, scheint aufgrund des Geschiebes eines vermuteten Bergsturzes vom Julier, vormals Piz Munteratsch, entstanden zu sein, welches über viele Jahrtausende durch den Vallunbach ins Tal geschwemmt wurde. Auf verschiedensten Liegenschaften fand man das gleiche rote Gestein wie auf dem Julierpass.

Das Delta teilt den oberen und den unteren See. An der schmalsten Stelle verbindet eine Brücke Silvaplana mit Surlej. Der untere See wird durch eine kleine Halbinsel «Piz» wieder in zwei Teile getrennt. Der dritte und unterste See in dieser Seekette ist der eigentliche Champèrersee.

Herkunft der Namen

Silvaplana dürfte wohl am besten in «Ebene Sêla» übersetzt werden. Sêla ist der Name des Inns vom Lunghinsee bis zum Ausfluss des St. Moritzersees (Charnnadüra). Erst dort beginnt der eigentliche Inn. Der Volksmund spricht aber schon vorher vom Inn.

Surlej ist die romanische Bezeichnung für über dem See, jenseits des Sees.

Champfèr findet seinen Ursprung vermutlich bei einem Eisenfeld (Erzausbeutung am Piz Nair). 1139 heisst das Dorf Campofare, 1471 Campher und 1519 Chiamfer (von Campus ferri). Eine andere mögliche Namensgebung wäre das fruchtbare Feld via Campus ferox, fertilis, feroli. Vielleicht aber bekam Champfèr seinen Namen auch von einem Hanfacker - Chanv'er?

Der Steinbock im Wappen der Gemeinde Silvaplana ist aus dem Gemeindestempen übernommen worden. Der blaue Schildfuss ist Symbol des Sees.

Kirchen

Aufgrund Grabungen des archäologischen Dienstes anlässlich der Restauration der evangelischen Kirche in Silvaplana im Jahre 1975 ist man auf Überreste eines nach Osten ausgerichteten Baues mit einem rechteckigen Schiff und einem hufeisenförmigen Chor gestossen. Ein eidgenössischer Experte datierte diese ältere Kirche ins 11. Jahrhundert. Es kann somit mit grosser Sicherheit davon ausgegangen werden, dass Silvaplana bereits um das Jahr 1000, wahrscheinlich aber schon früher, besiedelt war. In einer alten Schrift ist die Wahl eines Abtes im Jahre 1233 bezeugt, demzufolge befand sich zu Silvaplana ein Mönchkloster. Man nimmt an, dass dieses Kloster, evtl. auch Hospiz, die heutige Chesa Riz à Porta sein könnte.


Heute hat es auf dem Gemeindegebiet von Silvaplana drei Kirchen. Die heutige reformierte Kirche mitten im Dorf wird 1356 erstmals erwähnt. Sie ist der Heiligen Maria geweiht. Die Reformation ist wahrscheinlich 1556 eingeführt worden. In Champfèr steht die Kirche San Rochus, die im Jahre 1521 erbaut wurde. Seit dem Jahr 1962 hat Silvaplana auch eine katholische Kirche, die den Namen der Heiligen Anna trägt. In Surlej steht die 1757 erbaute evangelische Nikolauskirche, die bis ins Jahre 1834 benutzt worden ist. Durch ein Hochwasser in diesem Jahr ist auch die Kirche St. Nikolaus überflutet worden. Die Kanzel, die Bänke und die Glocke konnten gerettet werden und fanden Verwendung in der Kirche San Rochus in Champfèr. Die Ruinen der Kirche sind erst nach einem Beschluss der Gemeinde im Jahre 1955 entfernt worden.

Auch das alte Pfarrhaus in Silvaplana hat seine Geschichte. Wahrscheinlich wurde da Jürg Jenatsch geboren. Auf alle Fälle hat er da seine Jugendjahre (1599 bis 1612) verbracht.

Meilensteine

1891 wird das Elektrizitätswerk in Silvaplana in Betrieb genommen.

1963 beginnt mit der Eröffnung der Corvatschbahn ein grosser Aufschwung. Die Bergbahn bringt der Dorfbevölkerung Verdienstmöglichkeiten. In Surlej, wo vor dem Bau der Corvatschbahn nur ein paar alte Engadinerhäuser und einige Ruinen mitten in den Wiesen standen, schiessen die Ferienhäuser wie Pilze aus dem Boden. Das wird auch an den Einwohnerzahlen deutlich: 1645 zählt Silvaplana mit allen Fraktionen 312 Einwohner. Auch 1960 sind es erst 347 Einwohner. 1970 sind es auf einmal 714 Einwohner (Zuwachs 106 %!). Durch diesen Bevölkerungszuwachs wird das alte Schulhaus mit seinen zwei Schulzimmern bald zu klein. 1972 wird das neue Schulhaus in Silvaplana eingeweiht.

1973 verfügt die Gemeinde über eine eigene Abwasserreinigungsanlage. Nach sechs Jahren Planung und Ausführung konnte die neue vierstufige ARA im Crest'Alta-Hügel im Jahre 2000 ihren Betrieb aufnehmen. Auch die Wasserversorgung ist sehr modern und grosszügig ausgebaut und sollte für viele Jahrzehnte genügen. Im Jahre 2004 konnten die ARA Sils sowie die Abwässer der Fraktion Champfèr mittels einer Seeleitung an die neue Anlage angeschlossen werden.

1983 mit dem Neubau der Sportanlagen, der Surfanlage sowie des Campings hat die Gemeinde Anlagen erstellt, die von Einheimischen und Gästen benützt werden können.

1987 wird am 1. Dezember das neue Gemeindehaus in Betrieb genommen.

2002 eröffnet im Dorfkern von Silvaplana ein neues, geräumiges Parkhaus mit 280 bewirtschafteten Parkplätzen.

2004 wird der Schiessbetrieb beim Schiessstand Champfèr der Schützengesellschaft Julia aufgehoben. Neu stehen den Schützen die Anlagen in St. Moritz und Samedan zur Verfügung.

Der heute gültige Steuersatz von 67 % genügt, um den eingehenden und zukünftigen Verpflichtung der Gemeinde nachzukommen.

Chronik

Die Bücher von Arturo Reich

«Silvaplana – Chronik einer Gemeinde in Graubünden»

CHF 40.–

«Silvaplana – Flurnamen einer Gemeinde»

CHF 20.–

Beide Bücher zusammen «Kombiangebot»

CHF 55.–

Links: «Silvaplana – Chronik einer Gemeinde in Graubünden», rechts: «Silvaplana – Flurnamen einer Gemeinde»

Diese Bücher können bei der Gemeindeverwaltung in Silvaplana gekauft werden. Die geschichtlichen Inhalte dieser Website basieren auf den Büchern von Arturo Reich. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle für seine immense Arbeit!

CD Historische Bilder

Die CD mit den historischen Bildern von Silvaplana, Surlej und Champfèr
kann am Hauptschalter der Gemeinde Silvaplana zu CHF 45.– bezogen werden.